Was machen 600 deutsche Forscherinnen und Forscher in San Francisco? Sie vernetzen sich auf der Jahrestagung des German Academic International Network, kurz GAIN. Ende August war ich mit einer Delegation des Forschungsausschusses des Bundestages mittendrin.
GAIN ist eine gemeinsame Initiative der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Alexander von Humboldt-Stiftung und des DAAD, gefördert vom Bundesforschungsministerium. Die Jahrestagung ist die größte deutsch-nordamerikanische Wissenschaftskonferenz. Drei Tage lang haben wir mit Postdocs gesprochen, die an amerikanischen Universitäten forschen, mit Hochschulen, die um sie werben, und mit Förderorganisationen, die ihnen den Weg zurück nach Deutschland ebnen wollen.
Mein Highlight: der Austausch mit NRW-Wissenschaftsministerin Ina Brandes und mit Forschenden aus Ostwestfalen-Lippe und ganz NRW, die in den USA an Zukunftsthemen arbeiten. Viele von ihnen würden gern zurückkommen. Was sie brauchen, sind verlässliche Perspektiven: planbare Stellen, moderne Labore, weniger Bürokratie bei der Antragstellung. Das nehme ich mit nach Berlin.
Nach der Tagung stand das Silicon Valley auf dem Programm. Wir waren an der Stanford University und in Berkeley, bei OpenAI und Google und bei den Raumfahrtunternehmen Rocket Lab, Vast Space und SpaceX. Was dort an Tempo, Risikobereitschaft und privatem Kapital zusammenkommt, ist beeindruckend. Wir müssen das nicht kopieren, aber wir sollten daraus lernen. Dass es auch bei uns geht, hat in der vergangenen Woche Isar Aerospace bewiesen: Mit der Trägerrakete Spectrum hat erstmals ein deutsches Unternehmen aus eigener Kraft den Orbit erreicht und Satelliten ausgesetzt. Ein Meilenstein für Europas unabhängigen Zugang zum Weltraum.
Im weltweiten Wettbewerb um die besten Köpfe brauchen wir starke Netzwerke und attraktive Perspektiven für Forschung und Innovation in Deutschland. Die Menschen dafür haben wir. Die Reise hat mir gezeigt, wie viele von ihnen nur auf ein gutes Angebot warten.

