Ich bin auf einem Bauernhof in Enger aufgewachsen. Schnelles Internet gab es dort lange nicht: erst ISDN mit dem Piepen beim Einwählen, dann DSL, für das der Hof zu weit vom Verteilerkasten entfernt war. Dank Bundesförderung hat der Hof heute Glasfaser. Auf dem Land läuft der Ausbau, manche Gemeinde in OWL ist besser versorgt als der Berliner S-Bahn-Ring. In der Stadt hakt es noch. Vielen reicht dort das Kabelnetz, und Mieter brauchen oft die Zustimmung ihres Vermieters.
Bundesweit könnten 29 Millionen Haushalte direkt einen Glasfaseranschluss bekommen, aktiv sind aber nur rund 8 Millionen. Oft liegt das Netz vor der Tür, und der Anschluss ins Haus fehlt. Hier setzt die Novelle an: Mit dem Recht auf Vollausbau soll die Glasfaser bis in jede Wohnung kommen, auch im Mehrfamilienhaus und in der Großstadt.
Beim Mobilfunk wollen wir mehr Tempo und einfachere Genehmigungen, zum Beispiel für Gigabit am Gleis. Neue Masten können Funklöcher aber nur schließen, wenn sie schnell ans Stromnetz kommen. Wichtig ist mir außerdem ein faires Gleichgewicht. Wer Glasfaser verlegt, muss damit Geld verdienen können. Und auch wo nur eine Leitung liegt, müssen die Menschen ihren Anbieter frei wählen können.

