Am vergangenen Dienstag war ich gemeinsam mit unserem Landtagskandidaten Lars Brakhage zu Gast bei ALPLA in Vlotho-Exter. Der Verpackungsspezialist produziert dort mit rund 185 Mitarbeitenden PET-Flaschen und Vorformlinge, unter anderem für die Mineralbrunnen in unserer direkten Nachbarschaft.
Den Auftakt machte ein Vortrag mit anschließender Diskussion über ein Thema, das die Branche derzeit intensiv beschäftigt: die geplante nationale Plastikabgabe ab 2027, mit der die Milliardenbeiträge umgelegt werden sollen, die Deutschland an die EU für nicht recycelte Kunststoffverpackungen zahlt. Meine Haltung dazu: Die Ausgestaltung muss klug sein. Wer wie ALPLA massiv in Kreislaufwirtschaft investiert und Rezyklate einsetzt, muss davon profitieren, nicht draufzahlen. Diese Perspektive aus der Praxis nehme ich mit nach Berlin.
Wie ernst es das Unternehmen damit meint, hat mir die anschließende Werksführung gezeigt. Besonders beeindruckt hat mich der geschlossene Kreislauf: Gebrauchte Flaschen werden im ALPLA-eigenen Recyclingwerk im nahen Bad Salzuflen sortiert, zu Flakes zerkleinert, gewaschen und zu lebensmittelechtem Granulat aufbereitet. Aus diesem Rezyklat entstehen in Exter die sogenannten Vorformlinge, kleine Rohlinge, die aussehen wie Reagenzgläser mit Gewinde. Erst beim Abfüller werden sie erhitzt und im Streckblasverfahren zur fertigen Flasche aufgeblasen. Der Clou: Die kompakten Rohlinge sparen enorm Transportvolumen, und die kurzen Wege zwischen Recycling, Produktion und Abfüllung sparen zusätzlich CO2. Die Flasche von gestern wird so zur Flasche von morgen, und das quasi komplett in Ostwestfalen. Dass ALPLA erst vor zwei Jahren rund 30 Millionen Euro in den Standort investiert hat, ist ein starkes Bekenntnis zu unserer Region.
Herzlichen Dank an das ALPLA-Team für die Einblicke und die offene Diskussion!

